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PHARMAKOLOGIE
In diesem Bereich möchten wir lediglich auf die "gängigsten" Medikamente eingehen, die möglicherweise auch durch den Rett.Ass. selbst verabreicht werden können ("Notkompetenz"), oder er im Umgang mit diesen besonders vertraut sein sollte. |
[Atropin]-[Berotec]-[Dormicum]-[Ketanest]-[Nitro]-[Suprarenin]-[Valium]
Atropin:Zusammensetzung: Der Wirkstoff ist: Atropinsulfat - 1 Ampulle enthält: 1 ml. = 0,5 mg. oder 10ml. = 100 mg. Anwendung/Indikation: Atropin ist wohl eines der bekanntesten Parasympatholytika! Dieser Stoff kann künstlich hergestellt werden, ist aber ursprünglich aus der Natur bekannt. Vorkommen z.B. in den Blättern und Wurzeln der Tollkirsche (Atropa belladonna) welches 1820 von Rudolph Brandes erstmalig isuliert und nach der Pflanze benannt wurde. Ebenso kommt Atropin in anderen Nachtschattengewächsen wie z.B. der Alraune, Engelstrompete oder Stechapfel vor. Chemisch gesehen ist Atropin mit dem Scopolamin und Hyoscyamin verwand. (bekannt durch Butylscopolamin / "Buscopan" -> Quasi eine chemische Weiterentwicklung.) Eingesetzt wird Atropin in vielen Bereichen der Medizin. Allerding in doch deutlich unterschiedlichen Dosierungen! CAVE! z.B. in: - der Augenheilkunde, für diagnostische Zwecke zur Pupillenerweiterung - der Urologie, bei Dysurie, Reizblase oder Inkontinenz - der Gynäkologie, bei Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutung) - der inneren Medizin, bei Krämpfen im Magen-Darm-Trakt, Bradykardie und Asystolie! - der Anästhesie zur Narkoseeinleitung - der Toxikologie bei Vergiftungen mit Alkylphosphaten („E-605“) Indikationen speziell im Rettungsdienst: - beim Asystolie, im Rahmen der CPR (durch den RA auch ohne Arzt!). Siehe Rea-Algorithmus! - bei Bradykardie - bei Intoxikationen - zur Narkoseeinleitung (Hemmung der Speichel-, Schleim- und Bronchialmuskulatur) Wirkungsmechanismus: Atropin gehört zu der Gruppe der Anticholinergika, die als Antagonisten an dem System des Parasympathikus angreifen und die Wirkung von Acetylcholin hemmen. Atropin wird daher auch als Parasympatholytikum bezeichnet. Dadurch kommt es zu einer Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen, wodurch auch viele Nebenwirkungen dieser Substanz erklärt werden können.
Dosierung: Kontraindikationen: |
Dormicum / Midazolam:Zusammensetzung: 1 Amp. Dormicum gleich 5 ml. enthält 5 mg. Midazolamhydrochlorid. Indikation: - Einleitung und Prämedikation einer Narkose. - Therapie des Status epileticus. - Analgosedierung in Verbindung mit Ketanest ( Ketamin ) Bei einer Vielzahl von Erkrankungen können verschiedene Erregungszustände ausgelöst werden, Beispiele hier für sind Hirnerkrankungen, Manien, Schizophrenien, Intoxikationen, Entzugssymptome oder andere starke psychische Ereignisse. Dormicum bewirkt bei diesen Erkrankungen einen anxiolytischen Effekt, wodurch eine emotionale Dämpfung bei dem Patienten eintritt. Ziel einer Prämedikation ist eine Sedierung mit Anxiolyse, eine Analgesie und eine Potenzierung des Anästhetikums. Bei einem Status epilepticus wirkt das Dormicum antikonvulsiv. Der Vorteil dieses Medikamentes liegt darin, das man es auch intramuskulär spritzen kann, falls man keinen peripheren Zugang legen kann ( z.B. beim direkten Krampfanfall ).
Dosierung: |
Ketanest / Ketamin:Zusammensetzung: - 1 Amp. Ketanest ( zu 2 ml.) enthält 100 mg. Ketaminhydrochlorid. Indikation: - Zur Analgesie bzw. zur Analgosedierung - Bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen zur Kurznarkose. - Bei therapieresistenten Status Asthmaticus Wirkung: Ketamin zählt zu Gruppe der Narkotikas mit kurzer Wirkdauer. Es ist chemisch mit Phencyclidin verwandt, kurz auch unter dem Namen PCP oder "Angel dust" als halluzinogene Rauschdroge bekannt. Diese negativen Eigenschaften sind bei Ketamin jedoch nicht bekannt. - Der Muskeltonus wird gesteigert. - Hervorgerufene reversible Sedierung mit Schmerzausschaltung, bei der die Schutzreflexe nicht negativ beeinträchtigt werden. - Der Patient fällt in einen tranceähnlichen Zustand, wobei die Augen geöffnet bleiben. Auch als "dissoziative Anästhesie" bekannt. - Eine zerebrale Vasodilatation und eine Zunahme des Sauerstoffverbrauchs des Hirnstoffwechsels und des intrakraniellen Druckes nimmt durch Ketamin zu. - Anstieg der Herzfrequenz, des Herzminutenvolumen mit erhöhtem Sauerstoffverbrauch und des arteriellen Druckes. - Sympathomimetische Stimulation und damit verbundene Bronchodilatation. Dosierung: Da Narkotika nur nach der Narkosetiefe beurteilt werden, können nur Richtwerte der Dosierung angegeben werden. Narkoseeinleitung: Initial 75 - 150 mg = 1 - 2 mg/kgKG langsam i.v. Analgesie und Status asthmaticus: 0,5 - 1 mg/kgKG
Nebenwirkungen: - Tachykardie (dieser negative Effekt kann mit einem Sedativum z.B. Valium od. Dormicum abgeschwächt werden.) - Bei rascher i.v. Injektion sind Atemdepressionen möglich. - Häufiger Blutdruckanstieg (mit Sedativa abschwächbar.) - Durch Überregung der Larynxreflexe kann es zu einem verstärkten Speichelfluß kommen. - Aufwachreaktion (gesteigertes Geräuschempfinden!) sowie eine Steigerung des Hirndrucks sind möglich. - Halluzinogene Erscheinungen in der Aufwachphase wurden bisher nicht bei Kindern und älteren Patienten festgestellt. Kontraindikation: Die Gabe von Ketamin ist bei Herzinfarkt kontraindiziert, da sich Ketamin ungüstig auf den myokardialen Sauerstoffverbrauch auswirkt! Wegen seiner hirndrucksteigernden Eigenschaften ist das Narkotikum bei SHT mit spontanatmung sowie bei Apoplex kontraindiziert! S-Ketanest: Vorteile von S (+) Ketamin gegenüber R (-) Keatamin: Ketamin regt die Stimulation des Herz-Kreislaufsystems an, wodurch der direkte periphere Effekt infolge Katecholaminfreisetzung durch die zentrale sympathische Stimulation ausgelöst wird. Vergleicht man beide Ketamine, ergibt sich hinsichtlich der Blutdrucksteigerung kein Unterschied. Die Herzfrequenz jedoch steigt unter S (+) Ketamin deutlich geringer an. |
Nitrolingual:Nitrolingual ist ein Notfallmedikament, das in Ampullenform (Perfusormedikament) oder in Sprayform im Rettungsdienst vorgehalten wird. Zudem ist Nitrolingual auch in Kapselform (1 Kapsel = 0,8mg) verbreitet. Zusammensetzung: Der Wirkstoff ist: Glycerolnitrat (Nitroglycerin) - 1 Kapsel enthält 0,8mg. - 1 Sprühstoß = 0,4 mg.! - 1 Ampulle 25ml. = 25mg. oder 50ml. = 50mg. Indikationen: Nitrolingual kommt vor allem zur Prophylaxe und Therapie von Angina-pectoris und beim Myokardinfarkt zum Einsatz. Zudem bei der akuten Linksherzinsuffizienz und beim Lungenödem. Die orale Darreichungsform (Spray) kann weiterhin bei spastischen Harnleiter- und Gallenkoliken sowie bei der hypertensiven Krise angewendet werden. (eigentlich nicht primär zur RR-Senkung zugelassen -> Nebenwirkung). Wichtigste Indikation von Nitro-Präparaten ist die kardiale Ischämie, wobei das Ziel ist, den Sauerstoffverbrauch zu senken und das Sauerstoffangebot zu vergrößern. Wirkung:
Dosierung (Spray): |
Suprarenin:Suprarenin ist im Moment "das Notfallmedikament", welches bei der Reanimation zum Einsatz kommt. Sowohl die i.v. Applikation, als auch die endobronchiale Verabreichung, wird im Reanimationsalgorithmus für Rettungsassistenten auch ohne Arzt legitim! Zusammensetzung: Am Herzen überwiegt die Anzahl der beta-1-Rezeptoren, deren Anregung zu einer Steigerung der Erregungsleitung und der Kontraktionskraft in allen Bereichen des Herzens führt. Die Wirkung auf die Gefäße erstreckt sich hauptsächlich auf die Arteriolen. Durch Wirkung der alpha-Rezeptoren: Durch Wirkung der beta-Rezeptoren: Dieser Mechanismus ist dominierend in der hohen Dosis, die in der Reanimation Anwendung findet. Für die zerebrale Perfusion ist die Tonussteigerung in den großen intrathorakalen Gefäßen gravierend. Durch die Anregung der beta-Rezeptoren wird ein positiver inotroper Effekt erreicht. Der die alpha-Stimulation sinvoll ergänzt, nachdem ein spontaner Kreislauf aufgebaut worden ist. -> Bei anaphylaktischen Reaktionen: Initial 0,1 mg. i.v. |
Valium / Diazepam:Diazepam ist wohl eines der bekanntesten Medikamente der Tranquilizer-Gruppe und ist chemisch gesehen ein Benzodiazepin. Sein Angriffspunkt ist das limbische System im Gehirn, wo Antrieb, Stimmung und Affektivität reguliert werden. Im Rettungsdienst wird Valium nicht nur zur Sedierung bei Angst- oder Erregungszuständen, oral, i.m. oder i.v. verabreicht, sondern findet auch Anwendung bei der Narkoseeinleitung, zur akuten Epilepsiebehandlung, bei pädiatrischen Notfällen und vielen Anderen mehr. Zusammensetzung: - eine Ampulle Valium zu 2 ml. enthält 10 mg. Diazepam. - eine Diazepam-rektiole enthält 5 mg. oder 10 mg. Diazepam. Indikationen: - Angs- und Erregungszustände (von Hyperventilation bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen wie Herzinfarkt oder Traumata) - Prämedikation und Einleitung einer Narkose. - Bei Krampfanfällen sowie Status epilepticus (mit Valium ist meist ein „Durchbrechen“ des Krampfes möglich, bzw. Anheben der Krampfschwelle wird erreicht.) Wirkung: Diazepam lagert sich an spezifische Bindungsstellen im Körper an (Benzodiazepin-Rezeptoren). Seine Wirkung entfalltet es im zentralen Nervensystem (limbischen System) wo Antrieb, Stimmung und Affektivität geregelt werden. Dabei nimmt auch der Überträgerstoff GABA (Gammaaminobuttersäure) eine Schlüsselstellung ein. Da Diazepam ein sehr breites Wirkspektrum besitzt (auch dosisabhängig), können folgende Wirkungen mit ihm erziehlt werden: - Sedierung bis hin zu einer kurzen Narkose
Dosierung: |
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